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Hundegesundheit

Impfschutz für Hunde: Welche Impfungen wirklich nötig sind

Welche Impfungen in Deutschland als Kernimpfungen gelten, wie oft aufgefrischt wird und wann eine Impfung besser wartet.

Impfungen schützen deinen Hund vor Krankheiten, die schwer verlaufen oder tödlich enden, und sie schützen andere Tiere und Menschen mit. Die entscheidende Frage ist deshalb nicht nur, ob geimpft wird, sondern welche Impfungen zum Risiko des einzelnen Hundes passen und in welchen Abständen sie sinnvoll sind.

Beitragsbild: Impfschutz für Hunde: Welche Impfungen wirklich nötig sind

Maßgeblich ist in Deutschland die Leitlinie zur Impfung von Kleintieren der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin am Friedrich-Loeffler-Institut. Auf sie stützt sich dieser Überblick.

Kernimpfungen: für jeden Hund

Als Kernkomponenten, in der Fachsprache Core, gelten für Hunde in Deutschland:

  • Parvovirose, hochansteckend, schwerer blutiger Durchfall, für Welpen oft tödlich
  • Staupe, mit Fieber, Atemwegs- und Nervensymptomen, häufig tödlich
  • Leptospirose, eine bakterielle Erkrankung, die auch auf Menschen übertragbar ist und über Wasser und Nagerurin weitergegeben wird. Die Impfstoffe decken die wichtigsten Serogruppen ab, nicht sämtliche Leptospiren
  • Tollwut, tödlich für Tier und Mensch, anzeigepflichtig
  • Hepatitis contagiosa canis, kurz HCC, mit schweren Leberschäden

Der Punkt, der viele überrascht: Die Leptospirose zählt hierzulande zu den Kernimpfungen, nicht zu den Wahlimpfungen. Der Grund ist die Verbreitung über Pfützen, stehende Gewässer und Nager, also über etwas, dem ein Hund im Alltag ständig begegnet.

Wahlimpfungen: je nach Lebensweise

Diese Impfungen sind nicht für jeden Hund nötig, aber je nach Situation sinnvoll:

  • Zwingerhusten, also Bordetella und Parainfluenza, bei viel Hundekontakt, etwa in Pension, Hundeschule oder auf Turnieren
  • Lyme-Borreliose, in Zeckengebieten, wobei der Schutz nicht alle Erregerstämme abdeckt und eine wirksame Zeckenprophylaxe wichtiger bleibt
  • Leishmaniose, bei Reisen oder Aufenthalten im Mittelmeerraum, ebenfalls in Verbindung mit konsequentem Schutz vor Sandmücken

Was für Reisen sonst nötig ist, hängt vom Zielland ab. Das gehört rechtzeitig vor der Buchung in die Tierarztpraxis, nicht in die Woche davor.

Grundimmunisierung beim Welpen

Nach der Leitlinie sieht das Schema so aus:

  • 8. Lebenswoche: Parvovirose, Staupe, Leptospirose, HCC
  • 12. Lebenswoche: Parvovirose, Staupe, Leptospirose, HCC, dazu Tollwut
  • 16. Lebenswoche: Parvovirose, Staupe
  • 15. Lebensmonat: Parvovirose, Staupe, Leptospirose

Zur Grundimmunisierung zählen alle Impfungen der ersten beiden Lebensjahre. Die Impfung im 15. Monat gehört ausdrücklich dazu und ist keine erste Auffrischung.

Auffrischungen beim erwachsenen Hund

  • Parvovirose, Staupe, HCC: nach der Grundimmunisierung im Abstand von drei Jahren
  • Leptospirose: jährlich, weil die Immunität kurz ist und weitgehend auf den jeweiligen Serotyp beschränkt bleibt
  • Tollwut: je nach Impfstoff ein bis drei Jahre, siehe Eintrag im Impfpass
  • Zwingerhusten: jährlich oder vor Situationen mit viel Hundekontakt

Antikörpertests können bei Parvovirose, Staupe und HCC die Entscheidung über eine Auffrischung unterstützen, sie nehmen sie aber nicht ab. Bei der Leptospirose helfen sie nicht weiter, dort sagt der Antikörperspiegel wenig über den Schutz aus.

Tollwut: rechtlich wichtig

Eine allgemeine Impfpflicht gegen Tollwut gibt es in Deutschland nicht. Trotzdem ist die Impfung in mehreren Situationen entscheidend: für Reisen ins Ausland, für Aufenthalte in Pensionen, häufig für die Teilnahme an Veranstaltungen und im Fall eines Kontakts mit einem seuchenverdächtigen Tier. Eine gültige Tollwutimpfung kann im Seuchenfall darüber entscheiden, wie mit dem Hund weiter verfahren wird.

Für unser Training gilt: Ein aktueller Impfschutz und eine Hundehaftpflichtversicherung sind Voraussetzung und schon beim ersten Besuch nachzuweisen, und zwar über den Impfpass. Näheres steht auf der Seite Trainingsvoraussetzung.

Wann besser nicht geimpft wird

  • bei akuter Erkrankung oder Fieber
  • rund um große Belastungen wie lange Reisen oder Turnierwochenenden. Das ist kein Verbot, aber der Zeitpunkt lässt sich meist besser legen
  • wenn nach einer früheren Impfung eine deutliche Reaktion aufgetreten ist, dann vorher besprechen

Müdigkeit oder leichte Abgeschlagenheit am Tag danach sind nicht ungewöhnlich. Anhaltendes Fieber, starke oder zunehmende Schwellungen und Erbrechen gehören in die Tierarztpraxis.

Fazit

Kernimpfungen sind für jeden Hund vorgesehen, Wahlimpfungen richten sich nach Lebensweise und Risiko. Die Intervalle unterscheiden sich deutlich, und die Leptospirose fällt dabei aus dem Rahmen, weil sie jährlich aufgefrischt wird.

Welcher Plan für deinen Hund passt, entscheidet die Tierarztpraxis mit dir zusammen, und zwar anhand von Alter, Vorgeschichte, Lebensumständen und Reiseplänen.